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Forscher züchtet Ersatz-Zellen aus eigener Haut von Michael Bischoff Ein kleiner Schnitt für den Professor, aber vielleicht ein Riesenschritt für die Menschheit. Dr. Jürgen Hescheler (49), der berühmte Stammzellenforscher der Uni Köln, hat der Forschung in einem Selbstversuch eine neue Vision gegeben! Am Rücken ließ er sich zwei Millimeter Haut entnehmen ("Dort schmerzt es am wenigstens."). Sein Traum: Daraus sollen einmal Ersatz-Zellen für kranke Organe gezüchtet werden! In gläsernen Schälchen wachsen die Hautzellen. In einem komplizierten Verfahren werden sie wieder zu Alleskönner-Zellen, aus denen jede Art Gewebe entstehen kann.
Der Professor ist sicher: "Niemand braucht in Zukunft mehr auf ein neues Spenderherz oder eine Leber zu warten." Da die neuen Ersatz-Zellen aus eigenen Körperzellen wachsen würden, gäbe es keine Abstoßung mehr - bisher eines der größten Probleme nach Transplantationen.
Im Tierversuch hat es bereits funktioniert: Bei einer Maus mit einem künstlich verursachten Infarkt. "Wir haben die beschädigten Herzzellen nahezu komplett erneuert." Dem Tier geht es wieder gut, es flitzt durchs Labor. Schon wachsen auch menschliche Hautzellen im Brutschrank, darunter die des Professors. Bei 37 Grad in einer Nährlösung mit über 200 Zutaten (u. a. Salze, Zucker, Aminosäuren).
Doch bis zum echten Einsatz an Patienten wird es bei uns noch bis 2018 dauern, schätzt Dr. Hescheler. Die strengen Gesetze machen seine Forschung schwer. Spielt der Wissenschaftler, selbst ein gläubiger Katholik, in seinem Labor Gott? Da protestiert er: "Nein! Wir erschaffen kein Leben. Die gesamte Schöpfung ist bereits angelegt." |